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REACH Gesetzgebung - Effekte außerhalb Europas

EN FR BR RU Schlagwörter: REACH

Electrolube, als Bereich der H K Wentworth Ltd., ist einer der führenden Hersteller von Elektrochemikalien für die Elektronikfertigung und die industrieelle Fertigung. Electrolube´s Produkte werden manigfach eingesetzt zur Fertigung und zur Wartung von elektrischen und elektronischen Baugruppen. Forschung und Entwicklung, Qualität und Erfordernisse der Umwelt sind grundlegende Punkte in der Verwirklichung der Electrolube Philosophie, seinen Kunden das höchstmögliche Mass an Service zu bieten. Jetzt hat sich dieses Feld der Unterstützung, welche Electrolube seinen Kunden bietet, um den umfassenden Bereich REACH erweitert.

REACH (Registrierung, Evaluierung und Authorisierung von Chemikalien) ist eine neue EU weite Regelung, die alle Bereiche der chemischen Industrie betrifft. Hersteller, Importeure, Distributoren, Händler und Anwender, alle müssen sich ihrer Einbindung in REACH bewusst sein. Obwohl REACH mit seinen ca. 40 Einzelbestimmungen ein komplexes Regelwerk ist, sind die Hauptziele klar; Schutz und die Verbesserung des Bewusstseins, für die Risiken von Chemikalien auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt sowie die Förderung der Entwicklung der EU Chemieindustrie.

Entgegen vorhergehenden Vorschriften und Gesetzen, ist die Verantwortung, sicher zu stellen, dass eine chemische substanz innerhalb der spezifizierten Anwendung sicher verwendbar ist, vom Gesetzgeber an die Industrie weiter gegeben worden. Eine Registrierung bei der europäischen Chemikalien Agentur (ECHA) ist für alle Chemikalien erforderlich, die in einer Menge von mehr als einer Tonne pro Firma pro Jahr nach Europa eingeführt, oder in Europa produziert wird. Dies betrifft sowohl einzelne chemische Substanzen, als auch chemische Substanzen, welche Teil einer Zubereitung oder Mixtur sind, als auch Substanzen in Zwischenprodukten. Die Registrierung beinhaltet Testergebnisse, welche den Einfluss der jeweiligen Substanz auf die menschliche Gesundheit und auf die Umwelt aufzeigen. In 2007 begann eine 11-jährige Anlaufphase, die beschlossen wurde, um ein vernünftige Einführung sicher zu stellen.

Für Firmen, die Chemikalien nach Europa importieren oder die Hersteller von chemikalischen Substanzen sind, enthält der REACH Prozess das Folgende:

  • Feststellung der chemischen Identität jeder einzelnen chemischen Sustanz, welche in den europäischen Markt eingeführt, oder in Europa produziert wird.
  • Kalkulation der Mengen dieser importierten/hergestellten chemischen Substanzen, bezogen auf ein Jahr.
  • Feststellung, ob für einige dieser Substanzen eventuell Ausnahmeregelungen gelten, z.B. Wenn es sich um ein als "neutral" eingestuftes Material handelt.
  • Vorregistrierung der Substanzen innerhalb des anberaumten Zeitraums zwischen Juni und November 2008.
  • Kommunikation entlang der Lieferkette, um festzustellen, ob auch alle Arten der Nutzung registriert wurden.
  • Vorbereitung der Registrierung jeder dieser Substanzen durch einen Austausch der Informationen mit anderen Registranten. Im Bedarfsfall erfolgt eine Abstimmung zur Klassifikation.
  • Auswertung der Registrierungen innerhalb des festgesetzten Zeitrahmens.

Nicht vorregistrierte Substanzen dürfen nicht in einer Menge von mehr als einer Tonne pro Jahr in die EU eingeführt werden, bevor die Registrierung abgeschlossen ist. Auf Grund dessen ist es keine Überraschung, dass Chemikalienlieferanten kontinuierlich von Kunden kontaktiert wurden, um diesen zu versichern, dass die Lieferkette weiter besteht. Die Fristen zur Registrierung werden davon abhängen, in welcher Menge die Substanz in der EU Verwendung findet und vom Risikopotenzial, das von ihr für die Gesundheit der Menschen und die Umwelt ausgeht. Substanzen, die in sehr hohem Maße Besorgnis erregen, wie krebserregende Stoffe oder bioakkumulative Schadstoffe, weden im Rahmen des Registrierungsprozesses identifiziert und ihre Nutzung Einschränkungen unterworfen. Identifizierte Besorgnis erregende Stoffe werden von REACH in der Registrierung vor allen anderen Substanzen vorgezogen und somit eher registriert. Durch die erhöhte Fokussierung auf die Stoffe, welche gefährlich für die menschliche Gesundheit oder die Umwelt sind, werden Anwender dazu veranlasst sich nach sichereren Alternativen umzuschauen. So dreht sich der Markt hin zu Lösungen die innovativ und umweltbewußt sind.

Obgleich die Registrierung nur durch in Europa ansässige Rechtsträger erfolgen kann, können Importeure diese nicht ohne die Zuarbeit ihrer Vorlieferanten durchführen. Es gibt einige Verunsicherung in Bezug auf Endprodukte und obwohl viele von den Bestimmungen ausgenommen sind, wird doch jede einzelne chemische Substanz in den Produkten hinterfragt, wie selbst Kontaktfette in Schaltern, sind jetzt im Fokus von REACH. Eine der Hauptaufgaben für Importeure besteht darin, zu bestimmen, welche Chemikalien sich in welchen Mengen in den importierten Produkten befindet. Aus diesem Grund muß der Registrant exakt Bescheid wissen, über die verwendeten chemischen Stoffe, importierte Mengen und in welchem Maße diese Stoffe in Produkten enthalten sind. Dies gilt ebenfalls für zu registrierende Mixturen. Für viele Firmen, wie Direktimporteure, aber auch mit Importeuren arbeitende Hersteller, bringt dies eine Ausweitung der weiter zu gebenden Informationen mit sich. Dies könnte vermieden werden, wenn die in der Lieferkette vorgeschalteten Hersteller und/oder Vorlieferanten diese Informationen bereits bereit stellen würden. Allerdings würde dies den Einsatz von Ehrenamtlichen und in geeigneter Form auch eine Aufteilung der entstehenden Kosten erfordern.

Innerhalb der EU ist es ausschließlich so angedacht, dass Kunden die REACH Informationen bei ihren direkten Vorlieferanten anfragen, somit die notwendige Sicherheit erlangen, dass der Vorlieferant die durch REACH auferlegten Bestimmungen erfüllt und sie haben den Vorlieferanten zu Gebrauch und Einsatz der Substanzen zu informieren. Diese Informationen werden benötigt, um herauszufinden, welche Tests zur Registrierung/Einführung erforderlich sind um abzusichern, dass die chemische Substanz für den Gebrauch auch sicher ist. Hieraus ergibt sich für die Vorlieferanten die Möglichkeit entsprechende Hinweise zur sicheren Handhabung und dem richtigen Gebrauch der Chemikalien an ihre Kunden weiter zu geben. Die bisherige europäische Gesetzgebung zielte darauf ab, dass die Hersteller und Lieferanten von chemischen Stoffen in den Sicherheitsdatenblättern Hinweise, losgelöst vom Hintergrund der konkreten Anwendung, geben mussten und so alle nur möglichen Gefährdungen mit einschließen.

Wenngleich Richtlinien für die Anlaufphase bekannt gegeben wurden, gibt es immer noch einige Missverständnisse innerhalb der Lieferkette darüber, was REACH gegenwärtig erfordert. Viele Kunden hinterfragen Informationen wie Vor-Registrierungs-Nummern von ihren Lieferanten, um sicher zu gehen, das die chemischen Produkte, die sie nutzen REACH entsprechen. Obwohl die Bereitschaft, solche Informationen in der Lieferkette weiter zu geben auch als Marketing-Instrument genutzt werden kann, könnte es auf der anderen Seite doch dazu führen, dass sensitive Informationen, wie z.B. zu Mixturen, weitergegeben werden. Da aber keine Auflagen gibt, die festlegen, dass solche Informationen an Kunden weiter gegeben werden, reicht ein Glied in der Lieferkette, um "nur" ein mehr generelles Statement weiter zu geben, welches dann auch die Endkunden erreicht.

Electrolube, wie viele andere Lieferanten auch, hat eine spezielle E-Mail Adresse eingerichtet, um sicher zu stellen, dass alle REACH betreffende Korrespondenz direkt und unmittelbar an die hiermit befassten Personen im Unternehmen weiter geleitet wird. Die Mitglieder dieses Teams sind aktiv involviert in alle Vorgänge betreff REACH, in beide Richtungen der Lieferkette, und so auf dem neuesten Stand betreff der Registrierung jedes einzelnen Produkts. Da Electrolube auch Produktionsstätten außerhalb Europas hat, macht uns dies zu Hersteller und Importeur. Die REACH Arbeitsgruppe arbeitet mit vollstem Einsatz an der erfolgreichen und schnellen Registrierung um unseren Kunden etwaige Verzögerungen zu ersparen.

In seiner Summe kann der Prozess der Registrierung, Evaluierung und Autorisierung von Chemikalien zwar als recht beschwerlich erscheinen, aber er bringt auch ein verbessertes Wissen und Verständnis mit sich. In Folge des größeren Augenmerks für Umweltbelange, wird auch die Chemische Industrie in "grünere" Zeiten aufbrechen müssen. Und diese Evolution der europäischen Chemieindustrie hat begonnen.

REACH@hkw.co.uk
Jade Bridges, R&D Manager
Amanda Stuart, Development Chemist