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Electrolube - REACH Gesetzgebung

EN FR BR RU Schlagwörter: REACH

Electrolube, ein Bereich von H K Wentworth Limited, ist ein führender Hersteller von Elektrochemikalien für die Elektronikfertigung und andere Bereiche der Herstellenden Industrie. Electrolube Produkte sind weit verbreitet im weltweiten Einsatz zur Herstellung und Wartung von Elektro- und Elektronik-Baugruppen. Forschung und Entwicklung, Qualität und Umweltbelange sind für die Electrolube Philosophie, ein Höchstmaß an Kundendienst zu bieten, grundlegend. Jetzt hat sich dieses Feld der Unterstützung, welche Electrolube seinen Kunden bietet, um den umfassenden Bereich REACH erweitert.

REACH (Registrierung, Evaluierung und Authorisierung von Chemikalien) ist eine neue EU weite Regelung, die alle Bereiche der chemischen Industrie betrifft. Hersteller, Importeure, Distributoren, Händler und Anwender, alle müssen sich ihrer Einbindung in REACH bewusst sein. Obwohl REACH eine komplexe Regelung ist, sind die Hauptziele klar; Schutz und die Verbesserung des Bewusstseins, für die Risiken von Chemikalien auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt sowie die Förderung der Entwicklung der EU Chemieindustrie.

In der Vergangenheit wurden Forschung und Produktentwicklung durch die nur langsame Identifikation und Abschätzung von Risiken beeinträchtigt. Anders als in früheren Bestimmungen und Gesetzen, sind im Rahmen von REACH die Regelungen für bereits existierende und neue Chemische Produkte die gleichen und die Zuständigkeit der Sicherstellung, dass eine Substanz in ihrer spezifischen Anwendung sicher ist, hat der Gesetzgeber den Herstellern und Importeuren zugeteilt.

Es wird eine Registrierung für jede chemische Substanz bei der europäischen Chemikalienagentur (ECHA) benötigt, die in Mengen größer als eine metrische Tonne pro Unternehmen, pro Jahr in die EU eingebracht (hergestellt/importiert) wurde. Dies gilt für jede einzelne chemische Substanz, chemische Substanzen die verwendet werden, um eine Zubereitung oder ein Gemisch zu produzieren (d.h ein Endprodukt), und Substanzen, die als Zwischenprodukte keine eigentlichen Artikeln darstellen.

Eine der ersten Maßnahmen der Firmen, um die Anforderungen von REACH zu erfüllen, war zu bestimmen, in welcher Menge chemische Substanzen hergestellt und importiert werden. Spezialle Software wurde entwickelt, um dieses mühseelige Unterfangen zu unterstützen, aber es bleibt eine gewaltige Anstrengung. Es sind viele Ausnahmegenehmigungen von REACH zu beachten, wie betreff Naturstoffe, Polymere und verschiedenster Substanzen, die durch andere Teile der Bestimmungen erfasst werden. Welche Substanzen Ausnahmekriterien unterliegen entscheidet darüber ob für diese ein geringerer Arbeitsaufwand notwendig ist, was Kosten signifikant reduzieren kann. Was wiederum unvermeidlich auf die Preisbildung in der Lieferkette durchschlägt. Somit ist ein gutes Verständnis der Hersteller und Importeure für diese Gesetzgebung wichtig für den Chemikalienmarkt als Ganzes.

2008 gab es eine 6-monatige Phase der Vorregistrierung für alle potenziellen Registranten. Nicht vorregistrierte Substanzen dürfen nicht auf den europäischen Markt gebracht werden, solange die Registrierung nicht abgeschlossen ist. Aus diesem Grunde ist es keine Überraschung, dass Lieferanten von Chemikalien von ihren Kunden kontinuierlich kontaktiert wurden, um diesen zu versichern, dass die Lieferkette weiter besteht.

Wenngleich Richtlinien für die Anlaufphase bekannt gegeben wurden, gibt es immer noch einige Missverständnisse innerhalb der Lieferkette darüber, was REACH gegenwärtig erfordert. Viele Kunden hinterfragen Informationen wie Vor-Registrierungs-Nummern von ihren Lieferanten, um sicher zu gehen, das die chemischen Produkte, die sie nutzen REACH entsprechen. Obwohl die Bereitschaft, solche Informationen in der Lieferkette weiter zu geben auch als Marketing-Instrument genutzt werden kann, könnte es auf der anderen Seite doch dazu führen, dass sensitive Informationen, wie z.B. zu Mixturen, weitergegeben werden. Da es aber keine Auflagen gibt, die festlegen, dass solche Informationen an Kunden weiter gegeben werden, reicht ein Glied in der Lieferkette, um "nur" ein mehr generelles Statement weiter zu geben, welches dann auch die Endkunden erreicht.

Wie auch immer, REACH erfordert unverändert eine signifikante Verbesserung des Informationsflusses über die gesamte Lieferkette hinweg. Es bedarf einer Weitergabe von Informationen durch Endnutzer an die Vorlieferanten bis hin zum Hersteller, damit diese die notwendigen Daten zur Nutzung, sowie zum Einfluss auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt, zusammen stellen können. Die Ergebnisse der Risikobetrachtung bezüglich der unterschiedlichen Möglichkeiten der Nutzung sollten dann in umgekehrter Richtung wieder an die Kunden weiter gegeben werden. Frühere gesetzliche Bestimmungen in Europa verlangten von den Herstellern und Lieferanten von chemischen Produkten Risikoaussagen ohne eine Rückversicherung/-information über die tatsächliche Nutzung, was dann dazu führte, dass alle nur erdenklichen Gefahren für Mensch und Umwelt mit einzuschliessen waren.

Die Weitergabe von Informationen folgt nicht nur den bestehenden Lieferketten. Daten zu den Einflüssen auf die Gesundheit und Umwelt müssen zwischen den Registranten der gleichen chemischen Substanzen weitergegeben werden, aber auch von Nicht-Registranten, die über solche Informationen verfügen. Diese Plattform zur Zirkulation der Daten, die formell als Substanzen Informations Austausch Forum bezeichnet wird, wurde geschaffen, um u.a. die Anzahl von Tierversuchen zu minimieren. Dies schafft die Notwendigkeit eines ansonsten unüblichen Informationsaustauschs zwischen Herstellern und Importeuren, welche auf der gleichen Stufe der Lieferkette stehen, und erfordert eine Zusammenarbeit zur Sicherstellung eines einheitlichen Systems der Klassifikation und Kennzeichnung. Somit tragen diese Bestimmunge zwar das Potenzial zur Verringerung der zur Registrierung notwendigen Kosten in sich, erfordern aber auch die Zusammenarbeit von Wettbewerbern. Auch wenn dies als Gegensatz erscheint, wird es im Endeffekt Kosten reduzieren und so die Wettbewerbsfähigkeit der Chemischen Industrie stärken.

Die vorgegebenen Fristen zur Registrierung hängen davon ab, in welcher Menge die Substanz in der EU Verwendung findet und vom Risikopotenzial, das von ihr für die Gesundheit der Menschen und die Umwelt ausgeht. Substanzen, die in sehr hohem Maße Besorgnis erregen, wie krebserregende Stoffe oder bioakkumulative Schadstoffe, weden im Rahmen des Registrierungsprozesses identifiziert und ihre Nutzung Einschränkungen unterworfen. Identifizierte Besorgnis erregende Stoffe werden von REACH in der Registrierung vor allen anderen Substanzen vorgezogen und somit eher registriert.

Die mit der Registrierung und Sicherheitsabschätzung verbundenen Kosten könnten dazu führen, dass die weitere Verwendung einzelner Substanzen unprofitabel wird und sie so vom Markt verschwinden. Da zusätzlich einige gefährliche Substanzen zu ersetzen sind, ist es für die Hersteller unumgänglich Produkte dahingehend zu modifizieren. Der Grundgedanke der REACH Gesetzgebung wird dadurch erreicht, dass in seiner Konsequenz die Industrie nach sichereren Alternativen sucht und so das zukünftige Risiko für Gesundheit und Umwelt reduziert.

Obgleich REACH eine europäische Gesetzgebung ist und die Verantwortung für die Registrierung den Impoteuren obliegt, ist für den Erfolg die Zusammenarbeit innerhalb der internationalen (außereuropäischen) Lieferkette zwingend erforderlich. Importeure, die Substanzen in den europäischen Markt bringen brauchen die notwendigen Informationen, welche REACH erfordert, von ihren Vorlieferanten, auch in Bezug auf Zubereitungen oder Stoffgemische.

Electrolube, wie viele andere Lieferanten auch, hat eine spezielle E-Mail Adresse eingerichtet, um sicher zu stellen, dass alle REACH betreffende Korrespondenz direkt und unmittelbar an die hiermit befassten Personen im Unternehmen weiter geleitet wird. Die Mitglieder dieses Teams sind aktiv involviert in alle Vorgänge betreff REACH, in beide Richtungen der Lieferkette, und so auf dem neuesten Stand betreff der Registrierung jedes einzelnen Produkts. Da Electrolube auch Produktionsstätten außerhalb Europas hat, macht uns dies zu Hersteller und Importeur. Die REACH Arbeitsgruppe arbeitet mit vollstem Einsatz an der erfolgreichen und schnellen Registrierung um unseren Kunden etwaige Verzögerungen zu ersparen.

In seiner Summe kann der Prozess der Registrierung, Evaluierung und Autorisierung von Chemikalien zwar als recht beschwerlich erscheinen, aber er bringt auch ein verbessertes Wissen und Verständnis mit sich. In Folge des größeren Augenmerks für Umweltbelange, wird auch die Chemische Industrie in "grünere" Zeiten aufbrechen müssen. Und diese Evolution der europäischen Chemieindustrie hat begonnen.

Jade Bridges, R&D Manager
Amanda Stuart, Development Chemist